Hanse Sail - Schiffeschau mit Rummel

Wie jeder weiß, ist die Hanse Sail eine riesengroße Schiffeschau mit Rummel; fängt Donnerstag an und Sonntag am Abend ist Schluß. 
Höhepunkte sind natürlich die stundenlangen Schiffsausfahrten; man kann sich für einen nicht geringen Unkostenbeitrag einschiffen und fährt mit Segel- oder Motorschiff hinaus auf die Ostsee. Das ist sicher nicht uninteressant, lernt man doch so die Gepflogenheiten auf einem Segelschiff oder – boot, Angelkutter oder Ausflugsdampfer kennen und kommt in den Genuss, die Ostsee und den Strand von der anderen Seite zu sehen.
Nun zu uns- wir waren dabei; nicht nur um zu gucken, zu essen und zu staunen. Nein, wir waren Teilnehmer mit Boot, Mannschaft und Steuermann. Wir, das sind Ramona, Gerd, Heiko, ich, Anita, Murmel, Karsten, Heike, Rene, Dana, Evi, Fabian, Olli, Ralf, Astrid, Rixa und noch mehr. Mit einem Zweier, einem Dreier und einem Kirchboot stürzten wir uns ins Getümmel. Also- ich meine mal, das Wort – Getümmel – ist sehr gelinde ausgedrückt. Es war sauvoll auf der Warnow (Rostocks Fluß zur Ostsee). Segelschiffe, größer als ein Einfamilienhaus, Kutter, Jachten (da waren schon einige nach meinem Geschmack), Polizeischnell- und- langsamboote, Wasserflugzeuge, Kanus, Motorschiffe, Überseefähren....., also alles was schwimmen kann war auf dem Wasser.....und natürlich wir. Nun ist ein Kirchboot für Rudererverhältnisse ein nicht gerade kleines Boot- es rudern immerhin 16 Leute, zwei können steuern, Platz für Kielschweine ist ausreichend vorhanden- aber wir kamen uns ziemlich klein und mickrig vor. Waren wir doch dem Wasser so nah wie kein anderer Mensch auf einem der anderen Wasserfahrzeuge, vom unserem Zweier und Dreier abgesehen. Doch Aufsehen erregten wir allemal bei der Rostocker Bevölkerung und seinen Gästen. Es schien, als hätten all die Leute noch nie so ein Vielmannruderboot gesehen. Links und rechts am Ufer applaudierte man uns, wenn wir vorbeikamen bzw. -ruderten. Ich konnte mir nicht erklären, warum. War es die Begeisterung für den Rudersport...., sahen wir aus wie Wikkinger oder sonst welche längst ausgestorbene Menschenrassen...., war es der Gleichklang bzw. –schlag, der die Menschenmassen begeisterte....? Ich weiß es bis heute nicht, aber es war ein Gänsehautgefühl. Wir passierten dann auch bald die Durchfahrt zur Ostsee. Von vornherein war uns klar, dass wir mit so einem großen Ruderboot auf der Ostsee rudern könnten. So taten wir dann auch; aber nicht so ganz weit. Vielmehr war eine gaaaanz lange Pause auf unserem Lieblingsmeer angesagt. Nun ich hatte bis dahin noch nicht die Gelegenheit, den Strand, wo ich sonst zum Baden bin, von der Nordseite zu betrachten- war sehr schön. Wir beschlossen noch kurzerhand, in den „Alten Strom“ von Warnemünde einzufahren, so weit, bis man nur noch wenden kann- auch schön. Vor allem mit den richtigen Getränken an Bord. Die Rückfahrt ließ sich dann sehr mühselig an, war es auch bis zum Ende. Ein sehr langer Weg bis zum Rostocker Ruderclub, Blasen an den Händen, Durst und vor allem Schmerzen an meinem hintersten Teil machten mir den Rückweg etwas schwer. Am Steg angelangt, ein erstes Bier in Gemeinschaft mit viel Kissen zwischen mir und Stuhl und die Gewissheit auf Dusche und Grillgut zum Abendessen stimmten mich wieder milder. Später frisch geduscht und satt saßen wir am Abend beisammen, bestaunten das all unsere Erwartungen übertreffende Feuerwerk und lauschten der anschließenden Hupwelle aller anwesenden Boote und Schiffe auf dem Wasser; sehr laut war es und rief wieder dieses Gänsehautgefühl in mir auf. Ich kann somit also sagen bzw. schreiben, es war ein gelungener Tag.
Der nächste Tag -Sonntag- sah für uns beide; also meinen Mann Heiko und mich private Pflichten vor, so dass wir nach dem Frühstück die Heimreise antraten. Für das Kirchboot blieben genug Ruderer da, so dass alle nochmal in den Genuss des Ruderns kamen.

 

 

Biggi Hartwig