Ein kurzer Abriss unserer Vereinsgeschichte

Am 18. Mai 1906 gründeten sportlich engagierte Männer den Ruder-Club-Havel-Brandenburg (R.C.H.B). Erster Vorsitzender des neuen Vereins wurde Otto Dörge. "Glückauf" hieß das erste Boot, dem ab 1910 weitere folgen sollten. Befanden sich die Heimstätten der Sporder zunächst noch am Beetzsee und auf Kleins Insel, so wurde am 16.Oktober 1921 das Bootshaus in der Hammerstraße eingeweiht. Bis heute ist unser Verein hier zu Hause.
Schon kurz vor der Einweihung des neuen Domizils konnte der erste, vielumjubelte Regattasieg "eingefahren" werden. Damit begann eine Reihe sportlicher Erfolge, auch dank der Trainer Zapf und Blume. Mit dem Kaufmann Karl Hintze beispielsweise hatte der Club Mitte der 20er Jahre einen leistungsgstarken Einer-Rennruderer in seinen Reihen. Zum anderen aber war unser Verein auch für jene, die als Wanderruderer ihrer Freizeit frönen wollten, längst zur guten Adresse geworden. Zudem fanden sich auch immer mehr Frauen und Jugendliche in der Hamnerstraße ein, wo es 1926 mehr als 20 Boote gab. Überdies wurde dem vielseitigen Vereinsleben im Club unter anderem mit einem Bootshaus-Anbau und einem weitläufigen Garten Rechnung getragen. Geselligkeit und Kameradschaft sowie ihre Einsatzbereitschaft bewahrten sich die Mitglieder zu allen Zeiten. In gleichem Maße gilt das für die guten Kontakte zu anderen Vereinen.
Selbst als der 2.Weltkrieg tobte, hegen sich die Sportler unseres Vereins innerhalb der Gegebenheiten nicht davon abhalten zu trainieren, an Rennen teilzunehmen oder als Wanderruderer zu entspannen Allen Nöten trotzend, waren bereits wenige Monate nach Kriegsende die ersten Clubmitglieder zur Stelle, um noch verbliebene Boote wieder herzurichten. Fritz Sumpf, Gerhard Thürling, der Goldschmiedemeister Karl Meinicke, Harald Wenzel oder auch Günter Mewes und Heinz Hoffmann, sie sollen hier stellvertretend genannt sein. Sportliche Aktivitäten waren allerdings gemäß der Befehle seitens der Sowjetarmee vorerst unmöglich. Durch das Verbot der Vereine in der sowjetischen Besatzungszone existierte nun leider auch der R.C.H.B. nicht mehr. Uber die "Vereinigung Freier Wassersport" und deren Sparte Rudern gelang es dann, ab Mai 1946 wieder zu trainieren und noch irn Herbst bei Regatten zu starten. Erste Siege standen ab 1948 zu Buche, sie konnten in Berlin und Leipzig von den Jungmannen sowie Herren und Damen bejubelt werden. Der einst schon als R.C.H.B.-Ruderer so erfolgreiche Günther Siegnowski machte ebenfalls wieder auf sich aufmerksam.
Ein neuer Abschnitt wurde 1950/51 mit Bildung der Betriebssportgemeinschaft Einheit beim Rat der Stadt und dem darauffolgenden Anschluss als Sektion Rudern eingeleitet. Von nun an konzentrierte sich die Arbeit zunehmend auf das Rennrudern, die Zahl der 40 Aktiven erhöhte sich alsbald. Verstärkt wurde um Nachwuchs geworben. Ein Beispiel: Allein aus der damaligen 8.Klasse der Curieschule, unweit vom Bootshaus entfernt, fanden 1953/54 mehr als zehn jungen und Mädchen den Weg zur BSG Einheit, ohne sich unter Anleitung solcher Trainer wie Harry Gahren und Ulrich Kyritz nun gleich zu Meistern zu entwickeln. Das blieb später anderen vorbehalten, zumal die Sektion ab 1963 zum Trainingszentrum deklariert wurde, wo nun gemäß zentralen Vorgaben der Leistungssport dominierte. Unverdrossen avancierte die BSG Einheit fortan bei ihrer sportlichen Arbeit zum "Geburtshelfer" für künftige Olympiasieger, Welt-, Europa- und DDR-Meister, die zunächst als Talente zu den Sportschulen und Klubs delegiert worden waren. Da sind die Zwllingsbrüder Bemd und Jörg Landvoigt, Jörg Friedrich, Hans-Joachim Borzym, Dietmar Schiller, Carola Lichey, Barbara Reichel und Martina Fink zu nennen. Aber auch die hiesigen Einheit-Nachwuchsruderer schafften es, obwohl "nur" Mitglieder einer Betriebssportgemeinschaft, sich wiederholt ins Rampenlicht zu bringen.
Schließlich befanden sich in den Reihen der damahgen BSG Einheit die "Väter" der heutzutage so prächtigen Beetzsee-Regattastrecke, die weltweit konkurrieren kann. Waren es doch in den 60er Jahren maßgeblich der vorbildliche Organisator Fritz Sumpf als Sektionsleiter, Bauexperte Alfred Prollius sowie der verdienstvolle, bereits genannte Trainer Harry Gahren, die sich damals mit dem Gedanken trugen, in dem so wasserreichen Brandenburg endlich eine repräsentative Wettkampfstätte zu errichten. Am 15.Oktober 1967 erfolgte der erste Spatenstich für das fast 6 Millionen Mark teure Projekt. Mit der Übergabe des Regattakurses am 18.Juni 1969 erfüllte sich ein Wunschtraum der Einheit-Ruderer. Für das anschließende 1. Verbandstreffen, auf der mit dem sogenannten "Albaner System" internationalen Ansprüchen gerecht werdenden Strecke, war ihre BSG Gastgeber für über 4000 Teilnehmer. Eine Reihe sportlicher Höhepunkte sollte folgen. So kamen die Frauen 1972 zu ihrer Europameisterschaft in unsere Stadt, und die 1. Junioren-WM wurde 1985 ausgetragen. Leider geriet bei all diesem Bemühen um stets bessere Leistungen (zwei hauptamtliche Trainer waren inzwischen tätig) das traditionsreiche Wanderrudem bei der BSG Einheit zunehmend in den Hintergrund.
1990 konnte der Verein wieder als R.C.H.B. Geschichte machen. Schrittweise wurden vielfältige Probleme gemeistert, was vielfach auf das umsichtige Agieren des Vorsitzenden Klaus Schönhoff zurückzuführen ist. Doch sollte es bis 1998 dauern, ehe der Gewinn des deutschen Vizemeistertitels durch Lars Beilfuß und Guido Kutscher wieder eine Reihe sportlicher Erfolge einleitete. Beide sicherten sich ein Jahr darauf überraschend Bronze beim Weltcup auf dem Luzerner Rotsee. Überdies avancierte Steffi Donner zu einer hoffnungsvollen Nachwuchsathletin, die dann wie Lars Beilfuß die Vereinsfarben ( das Brandenburger Grün-Weiß-Blau) bei Weltcuprennen an den Start ging. Als erstem Sportler des R.C.H.B gelang dem nach Brandenburg gewechselten Nationalmannschafts-Ruderer Peter Krüger der bis dahin größte Vereinserfolg: Er ruderte bei der WM 2004 im Leichtgewichts-Doppelvierer auf Platz 4. Es sollte aber noch erfolgreicher werden. Der gebürtige Brandenburger, Max Röger, der in unserem Verein das Rudern erlernte, qualifizierte sich überraschend für die U23 WM 2007 in Schottland. Hier konnte er sich mit seinem Partner im Zweier ohne, als jüngste Mannschaft im Finale den 4. Platz sichern. In 2008 ging es nun, nach 2005 (Junioren WM), zum zweiten mal in dem noch jungen Jahrhundert, auf der Regattastrecke in Brandenburg um WM Medaillen. Max Röger erruderte, gemeinsam mit seinen Mitstreitern im leichten Vierer o.Steuermann, bei der U23 Weltmeisterschaft auf dem Beetzsee, die Silbermedaille. Diese Leistung stellt bisher den größten sportlichen Erfolg unseres Vereins dar.
Auch im Seniorenbereich (unter anderem Traditionsachter) sowie beim Wanderruderem und anderen sportlichen Aktivitäten werden zusehens Akzente gesetzt. Die junioren-Weltmeisterschaften im August 2oo5 und die U23 Weltmeisterschaft 2008 wirkten sich für den Verein ebenso vorteilhaft aus wie umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten auf dem Vereinskomplex. So konnte 2006 die Sanierung des Bootshauses und der Neubau des Mehrzweckgebäudes abgeschlossen werden.
Mit einem Festakt und zahlreichen Veranstaltungen, wurde dann mit Stolz im Mai 2006der 100 jährige Gründungstag des Vereins gedeiert. Neben der Ehrenurkunde des Bundespräsidenten, überreicht durch den Sportminister Rupprecht, wurde der Traditionsachter auf den Namen "Fredericus Rex" getauft.