Vereinsbusfahrt Ostsee - Fische - Freibeuter - Fröhlichkeit

Auf nach Rügen! 49 Teilnehmer, ein voller Bus. Über Stralsund (Ozeaneum/Meeres-museum besucht) zu den Störtebeker Festspielen am Großen Jasmunder Bodden in Ralswiek und dann mit dem Hochseekutter ‚Kalinin’ an der herrlichen Kreideküste entlang bis nach Kap Arkona. Natur pur und dazu auch noch Kultur. Erlebnistrip in zwei Tagen, bestens durchorganisiert von Hobby-Reiseveranstalter Klaus Schönhoff. Das war Spitze!
Alles klappte wie am Schnürchen. Nach den Meerwasser-Aquarien mit Heringen, Ammenhaien, Rochen und anderen Fischen ging’s nach Sellin in eine ‚Fünfsterne’-Jugendherberge. Vierbett-Zimmer fast schon luxuriös. Ein paar Mutige fanden die 17 Grad kalte Ostsee zum Baden angenehm warm. Andere machten nur die Zehen nass. Bernstein hat keiner gefunden.
Der Abend gehörte dem legendären Seeräuber Klaus Störtebeker. 9000 Besucher stürmten ins erfolgreichste Open-Air-Theater Deutschlands. Ausverkauft! Beeindruckend die gewaltige Naturbühne. Wir hatten prima Plätze. Aber die Eintrittskarten mussten auch ein halbes Jahr vorher bestellt werden. Ein Mammut-Aufgebot mit 150 Mitwirkenden, vier historischen Schiffen und 30 Pferden führte uns zum ‚Schatz der Templer’. Mutige Ritter in historischen Kostümen hauten sich die Schwerter um die Ohren. TV-Lippi mimte den Bänkelsänger. Und zum Schluss sorgte der umtriebige Freibeuter Störtebeker dafür, dass sich der Felsen öffnete und Unmengen Gold heraus prasselten. Ein tolles Spektakel und echtes Erlebnis mit faszinierenden Lichteffekten, imposanter Kulisse und großem Feuerwerk. Sogar das Wetter spielte mit und die Mücken hielten sich zurück.
Zweiter Tag. Und wieder lachte die Sonne. Im Sassnitzer Hafen wartete der Hochseekutter ‚Kalinin’, Baujahr 1951, auf uns. Ein gestandener Seebär namens Helmut hieß uns willkommen und erzählte uns dit und dat, manchmal auch auf Platt. Wo früher die Fische an Bord geholt wurden, saßen nun die RCHB-Abenteurer in fröhlicher Runde. Die See war glatt. Doch die Stimmung schlug schnell hohe Wellen. Denn der Kapitän hatte reichlich Bier und kleine ‚Leuchtfeuer’ gebunkert. Außerdem natürlich Fischbrötchen und andere Meeresfrüchte.
Wir tuckerten an Rügens schönster Kreideküste entlang, an Königstuhl und Stubbenkammer vorbei, bis nach Kap Arkona, zum nördlichsten Punkt der Insel. Vier Stunden dauerte dieser klassische Kurs. Vier Stunden Fröhlichkeit an Bord, wo jeder mit jedem schnackte und so manches ‚Leuchtfeuer’ gekippt wurde. Wie heißt es doch in dem Lied: ‚Eine Seefahrt, die ist lustig…’ Und so wurde sie zu einem Highlight unserer Vereinsfahrt.
Doch frische Seeluft und ein paar Drinks zwischendurch machen müde. Bis zur Kaffeepause in Woldegk, der Stadt der Windmühlen, fielen vielen die Augen zu. Dann ging’s auf Heimatkurs. Kurz vor Dunkelheit waren wir wieder in Brandenburg an der Havel.
Zwei prall gefüllte Tage mit schönen Erlebnissen und viel Spaß lagen hinter uns. Dafür hatte sich unser Organisator den Räucheraal, den ihm der Traditionsachter spendierte, wirklich verdient.

 

 

 

 

 

 

Horst Lietzberg