Wanderfahrt rund um Zernsdorf

von Annika Thiemer
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19./20.08. Samstagmorgen, 07:30 Uhr, die Sonne scheint, knappe 21 Grad warm. Das Gepäck ist verstaut, die Sonnencreme aufgetragen, der Vereinsbus vollgetankt, auf geht’s für uns sieben Frühaufsteher nach Zernsdorf.

Bereits nach rund einer Stunde Fahrt erreichten wir unser Ziel. Zernsdorf ist ein Stadtteil von Königs Wusterhausen und fällt mit seinen knapp 4.500 Einwohnern in die Kategorie „beschaulich“. Das Highlight des Ortes ist die wunderbare Lage an der Dahme, die dort drei Seen bildet. Bei unserer Ankunft am dortigen Ruderverein machten wir einen kleinen Erkundungsrundgang und bezogen alsbald unser Quartier. Die Küche war super ausgestattet: unter anderem zwei Kühlschränke, eine Spülmaschine, jede Menge Geschirr und sogar Kaffeefilter stehen dort für die Gäste bereit.

Uns wurden zwei Boote bereitgestellt: einen Vierer mit Steuermann und einen Zweier mit Steuermann. Da wir nur zu siebt waren, blieb im Vierer jedoch ein Platz frei. Nach der Bootseinteilung (ein Männer- und ein Frauenboot) machten wir uns auf’s Wasser. Bereits gegen 10 Uhr war es drückend heiß und schon nach wenigen Rudermetern rann der Schweiß an den Schläfen herunter. Doch schon nach 2 Kilometern kam die erste Pause: Wir erreichten die Schleuse Neue Mühle, welche uns knapp 1,80 m nach unten schleuste.

Danach ging es die Dahme in gemächlichem Tempo flussabwärts an schönen Villen und kleinen Einfamilienhäusern vorbei in Richtung Zeuthener See. Entlang unserer Route passierten wir große Flächen mit Entengrütze, die wahrlich nicht zum Baden einluden.

Eine Herausforderung auf diesem Teilstück waren die zahlreichen Bojen. Einmal wurde nicht aufgepasst und schon kam es zu einer leichten Kollision. Aber da diese Markierungen so freundlich sind und nachgeben, wenn man auf sie trifft, hatten alle nur einen großen Schreck.

Gegen 12:30 Uhr, und mit 10 Kilometern in den Knochen, machten wir eine ausgedehnte Rast in Schmöckwitz, bei der wir uns, wie es sich für gestandene Ruderer*innen gehört, aus dem Seesack stärkten – leckerer selbstgebackener Kuchen inklusive (Danke an Claudia). Die Sonne zeigte sich weiterhin von ihrer heißesten Seite. Und so hieß es nicht nur: viel trinken, sondern auch regelmäßig mit Sonnencreme eincremen.

Weiter ging es im Uhrzeigersinn über den Seedinsee, anschließend durch einen kleinen Kanal weiter bis zum Crossinsee, der an diesem Tag anscheinend von ganz Berlin bevölkert war. Auf dem Wasser tummelten sich zahlreiche Wassersportler, Hausboote und kleine Yachten, sodass das Rudern zu diesem Zeitpunkt einer Slalomtour ähnelte. Nach dieser Herausforderung gönnten wir uns im Biergarten „45übernull“, am See „Großer Zug“ gelegen, eine weitere längere Pause. Diese hatten wir auch nötig, denn mittlerweile hatten wir 20 Kilometer hinter uns und die Hitze trug einen erheblichen Teil zur Erschöpfung bei. Unsere Rundreise zogen wir gestärkt fort und kamen auch bald wieder an der bekannten Schleuse und schließlich an unserem Ausgangspunkt nach geruderten 30 Kilometern an. Nach diesem heißen Tag kühlten wir uns alle mit einem Sprung ins kühle Nass ab. Wobei man beim Springen vorsichtig sein sollte, denn die Wassertiefe beträgt am dortigen Steg nur knappe 50 cm.

Den Abend ließen wir müde, aber glücklich bei Würstchen, Kartoffelsalat und einem kühlen Radler direkt am Vereinsheim gemütlich ausklingen.

Der nächste Morgen begann mit einem kleinen Schock. Was war passiert: Die Kaffeefilter waren weg. Kaffee, das Lebenselixier! Wie sich herausstellte gehörten die tags zuvor gefundenen Filter dem Ruderverein, der die Nacht zuvor dort verbracht und bei unserer Ankunft noch nicht verstaut hatte. Aber unsere Damen sind erprobt in solchen Sachen und so lernten wir, dass auch Toilettenpapier Kaffee super filtern kann. Nach einem ausgedehnten Frühstück machten wir uns in gleicher Bootsaufteilung auf die geplanten 20 Kilometer Richtung Dolgensee und zurück. Der Tag war mit rund 28 Grad merklich kühler und auf dem Krüpelsee hatten wir einen schönen Blick auf eine Segelregatta, die dort stattfand. Das Rudertempo war den Kräften und dem Wetter angepasst und so ruderten wir mit zahlreichen Pausen die Dahme entlang. Unsere Mittagspause absolvierten wir im Eiscafé Strandidyll in der Nähe vom beschaulichen Gussow. Anschließend machten wir uns auf die Rückreise und waren gegen 14 Uhr zurück in Zernsdorf. Zum Abschluss stand noch einmal ein Sprung ins kühle Nass auf dem Programm. Wir packten unsere Sachen und gegen 17 Uhr waren wir zurück in der Hammerstraße.

Fazit: Eine wirklich großartige Tour, die Ramona Bernau für uns vorbereitet hatte. Ein großes DANKESCHÖN hierfür an sie. Es gab viel zu sehen und noch mehr zu erleben. Einziger Makel war, dass wir nur 7 Personen waren und je mehr, desto mehr Spaß. Da wir auf dieser traditionellen August-Tour, welche immer am 3. Augustwochenende stattfindet, zahlreiche Pausen einlegen und das gemeinsame Erleben im Vordergrund steht, ist diese Tour für alle geeignet, auch für die, die noch nicht über so viel Rudererfahrung verfügen.

Darum streicht euch bitte den 17./18.08.2024 ganz dick im Kalender an, denn Ramona wird auch im nächsten Jahr wieder eine spannende Wanderfahrt für uns vorbereiten.

Timo Ziesmann