Wanderfahrt auf den Mecklenburger Seen bei Mirow

von Annika Thiemer
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10.-13.7. Unsere jährliche Traditionsfahrt fand diesmal auf der Mecklenburgischen Kleinseenplatte um Mirow statt. Gut gelaunt und erwartungsfroh starteten wir am Vormittag des 10.7. im Vereinsbus von Brandenburg in Richtung Norden. Wir, das waren Meta, Achim, Frank, Klaus, Olaf, Helge und Werner. Hubertus reiste privat nach. Die erste Station war der Kultur in Waren an der Müritz vorbehalten.

Zielgerichtet steuerten wir das Naturerlebniszentrum „Müritzeum“ an. Erlebnisreich war bereits im Erdgeschoss die vielfältig dargestellte Landschaftsgeschichte mit der Tier- und Pflanzenwelt der Region. Beim Rundgang im Untergeschoss erwartete uns Deutschlands größte Aquarienlandschaft. Hier konnten wir die faszinierenden Wasserwelten, insbesondere mit heimischen Süßwasserfischen belegt, bewundern. Umgeben ist das „Müritzeum“ vom Müritzgarten mit dem überschaubaren kleinen Herrensee. Da am Ankunftstag auch das große Stadtfest in Waren stattfand, konnten wir bei einem Bummel durch die Vielzahl der Buden auch die kulinarischen Köstlichkeiten am Ufer der Binnenmüritz genießen. Gesättigt und zufrieden starteten wir zur Weiterfahrt nach Mirow, allerdings auf Umwegen, da die Durchfahrt durch den Müritz Nationalpark für Kfz gesperrt war.

In Mirow bezogen wir auf der Schlossinsel unser Hotel in der ehemaligen Schlossbrauerei in idyllischer Lage direkt am Mirower See. Der gesamte Komplex ist kulturhistorisch hoch interessant. Hier hatten sich bereits Anfang des 13. Jahrhunderts die Mönche des Johanniterordens niedergelassen und eine Komturei und Kirche gebaut. Später nahmen die mecklenburgischen Herzöge die Komturei in Besitz und wandelten sie in ein Barockschloss um. In der Gruft sind die Herzöge von Mecklenburg-Strelitz bestattet. Auf dem Weg zum Schlosshotel fuhren wir am imposanten Torhaus vorbei, das Bestandteil der umzäunten ehemaligen Johanniter Komturei war. Unweit des Schlosses, das 1758 im barocken Stil erbaut wurde, liegt auf der kleinen Liebesinsel im Mirower See das Grabmal des letzten Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz, Adolf Friedrich VI. Die Insel kann man über eine nostalgische Brücke erreichen. Der Großherzog beging 1918 Suizid, was auf einer Tafel an der Brücke vermerkt ist. Vom Ufer der Schlossinsel kann man die ganze Schönheit und Größe des Mirower Sees überschauen, der mit den zahlreichen Bootshäusern einen imposanten Eindruck hinterlässt. Eines der Bootshäuser ist der Ruderverein „Blau-Weiß“ Mirow, von wo aus wir am folgenden Tag unsere Rudertouren starteten. Nun aber genug der nostalgischen Schwärmerei, denn auch die Kultur hat ihre Grenzen, denn schließlich sind wir erstrangig zum Rudern nach Mirow gefahren.

Den Freitagabend verbrachten wir nach dem kulturellen Rundgang und einem erfrischenden Bad im Hotelrestaurant. Am Samstag nahmen wir im Bootshaus von „Blau-Weiß“ in der Nähe des Hotels die reservierten Boote in Besitz. Im Doppelvierer und Doppelzweier mit Steuermann ging die Tour in Richtung Norden. Über den Mirower See, dem Gramzower Möschen, dem Großen Kotzower See und dem Leppinsee machten wir auf dem dortigen Zeltplatz Rast und stärkten uns am dortigen Kiosk. Weiter ging es in einem idyllischen Durchstich, der an den Spreewald erinnerte, bis zum Woterfilzsee, wo wir dann beschlossen umzukehren und nicht bis zum ursprünglichen Ziel, dem Boltener Kanal, zu fahren. Somit beschränkte sich die Hin- und Rückfahrt auf ca. 22 km. Der Abend klang in einer Gaststätte am Mirower See aus.

Am Sonntag stand die Tour in Richtung Süden auf den Plan. Nachdem wir die Besatzungen im Doppelzweier und Doppelvierer tauschten, ging es zunächst durch einen Kanal über den Zotzensee, Mossensee, Vilzsee, Zothener See zum Schwarzen See. In der gleichnamigen Gemeinde Schwarz erreichten wir den dortigen Badestrand mit gastronomischer Bewirtung. Bei der Hitze und Anstrengung war die Zunahme von Flüssigkeit und die Stärkung unablässig. Nach einem relativ kühlen Bad im sauberen Schwarzen See (das Befahren von Booten mit Verbrennungsmotor ist untersagt), stand die Rückkehr nach Mirow an. Insgesamt bewältigten wir in der Hin- und Rückfahrt eine Strecke von 24 km. Der Abend klang dann in einer Mirower Gaststätte aus. Nach drei erlebnisreichen Tagen und ausgiebigen Frühstück stand dann die Rückfahrt nach Brandenburg an.

Werner Sidow